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Was braucht man dafür?
Christine Zeuner (DGfE)
Im Laufe des Studiums werden Studierende damit konfrontiert, dass das Alltagsverständnis von Erziehung und Bildung nicht ausreicht, um erziehungswissenschaftliche Fragestellungen beantworten zu können. Studierende bemerken auch, dass es keine eindeutigen Antworten auf erziehungswissenschaftliche Fragestellungen gibt, sondern eine Vielzahl von Perspektiven, theoretischen Ansätzen und erziehungswissenschaftlichen Richtungen, um Fragen beantworten zu können.
Deshalb braucht es für das Studium der Erziehungswissenschaft nicht nur das Interesse an den Menschen und ihren Lebenswelten, sondern auch ein Interesse am konzeptionellen Denken zwischen Theorie und Praxis. Neugier, Offenheit und der Wille zu einer kritischen Auseinandersetzung mit eigenen und fremden Bildungs- bzw. Lebenswelten sollte man für ein Studium der Erziehungswissenschaft mitbringen. Die Erziehungswissenschaft sucht, um ihre eigenen Untersuchungsgegenstände betrachten zu können, hinsichtlich ihrer Methoden und Theorien Bezüge zu andern wissenschaftlichen Disziplinen wie beispielsweise der Soziologie, der Geschichtswissenschaft, der Psychologie oder der Philosophie, um ihren vielfältigen Fragstellungen gerecht werden zu können. Deshalb ist für ein Studium sowohl das Interesse an komplexen Zusammenhängen wichtig als auch ein Durchhaltevermögen, um sich in der Vielfalt der Theorien, Methoden, Fragen und Themen selbst positionieren zu können.

Mitzubringen ist auch die Freude an der Lektüre von wissenschaftlichen Texten, an der empirischen Erforschung der Welt. Außerdem sind Kommunikationsfähigkeit, Empathie, Mitmenschlichkeit und Kritikfähigkeit Voraussetzungen für ein Studium der Erziehungswissenschaft.

Erziehungswissenschaft studiert man nicht nur (oder nicht in erster Linie), um andere Menschen zu erziehen, sondern vor allem um in kritischer Distanz Bildungs- und Erziehungswirklichkeiten zu betrachten. Als kritische Beobachtende und Analysierende bilden Studierende im Verlauf ihres Studiums wissenschaftliche und berufsbezogene Handlungskompetenzen heraus und können so nach dem Studium den vielfältigsten Tätigkeiten nachgehen.