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Was fängt man damit an?
Fabian Kessl (DGfE)
Hat man den Abschluss der Erziehungswissenschaft am Ende des Studiums in der Tasche, ist man akademisch ausgebildet. Eine solche Ausbildung, die zumeist an Universitäten, manches Mal aber auch an Pädagogischen Hochschulen angeboten wird, qualifiziert für die unterschiedlichen pädagogischen Berufsfelder, in denen Angebote für die Erziehung, Bildung und Sorge von Menschen aller Lebensalter gemacht werden. Wer Erziehungswissenschaft studiert hat, arbeitet also als Leiter einer Kindertagesstätte, als Sozialpädagogin in der Erziehungshilfe, als Berufspädagoge in der Ausbildung von Azubis, als Beraterin im Bereich der kommunalen Integration, als Medienpädagoge in einer Volkshochschule, als Referentin für politische Bildung oder als Mitarbeiter in der Altenbildung im Seniorenheim. Erziehungswissenschaftler/innen machen aber auch Bildungsplanung, in einem Landesministerium oder einer internationalen Organisation, sie arbeiten als Referenten bei einem Wohlfahrtsverband wie der Caritas oder der Arbeiterwohlfahrt oder sie organisieren die Weiterbildung von Berufstätigen.

Das Feld der pädagogischen Berufe, in dem Studierende der Erziehungswissenschaft nach ihrem Abschluss landen, ist also sehr vielfältig. Schaut man sich an, wie und wo Erziehungswissenschaftler/innen im Beruf unterkommen, dann zeigt sich zugleich ein sehr klares Bild. Die Chance, mit einem Abschluss der Erziehungswissenschaft in der Tasche einen Beruf zu finden, ist ziemlich gut: 3 von 4 Absolvent/innen, die nach ihrem Studienabschluss berufstätig werden wollten, hatten bereits 2-3 Monate nach dem Abschluss, auch einen Arbeitsvertrag in der Hand. Die Mehrheit derjenigen, die einen erziehungswissenschaftlichen Bachelor erfolgreich zu Ende studieren, macht allerdings noch weiter mit dem Studium: Knapp 2 von 3 BA-Absolvent/innen nehmen ein Masterstudium auf.

Wo man als Erziehungswissenschaftlerin oder als Erziehungswissenschaftler im Beruf landet, hängt zu einem guten Teil auch von den Schwerpunkten im Studium ab. Es lohnt sich also, während des Studiums die Augen aufzuhalten, um die unterschiedlichen pädagogischen Berufsfelder und die erziehungswissenschaftlichen Schwerpunkte kennenzulernen. Wer Erziehungswissenschaft studiert, hat im Beruf zumeist mit Menschen zu tun. Ob das Kinder oder alte Menschen, Mädchen oder Jungen, Berufstätige oder Menschen mit Migrationsgeschichte sein werden, ist allerdings davon abhängig, welche Interessen man hat und wo man sich nach einer Berufstätigkeit umschaut. Einige Absolvent/innen der Erziehungswissenschaft arbeiten aber nicht direkt mit Menschen zusammen, sondern sind in der Verwaltung einer Kommune oder dem Ministerium eines Bundeslandes für die Bildungsplanung oder das Sozialwesen zuständig; andere sind als selbstständige Berater pädagogischer Organisationen tätig oder forschen zu erziehungswissenschaftlichen Themen in der Bildungs-, der Jugendhilfe- oder der Migrationsforschung an an Hochschulen oder in Forschungsinstituten.

Mit einem Studium der Erziehungswissenschaft kann man also eine ganze Menge anfangen, und es lässt einem dabei unterschiedliche Möglichkeiten der Schwerpunktsetzung offen.