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Historische Epoche/Teildisziplin: ›Alte Geschichte‹
Die Alte Geschichte beschäftigt sich mit der Antike. Den Kern ihres Gegenstandsbereichs bildet die Geschichte des griechisch-römischen Altertums.

Diese Geschichte beginnt mit der Entstehung griechischer Stadt- und Bürgerstaaten (Polis) im frühen 1. Jahrtausend v.Chr. und reicht – mit regionalen Unterschieden – bis in die zweite Hälfte des 1. Jahrtausends n.Chr. Man unterscheidet sechs Subepochen: das archaische und klassische Griechenland, die hellenistische Welt, die römische Republik, das Imperium Romanum und die Spätantike. Der von der Alten Geschichte erforschte Raum hat sein Zentrum im Mittelmeer, reicht aber phasenweise weit darüber hinaus nach Nordwesteuropa und nach Vorder- und Zentralasien. Die Geschichte der Griechen in der Bronzezeit (3. und 2. Jahrtausend v.Chr.) ist dagegen Teil der Geschichte des Alten Orients und wird in diesem Rahmen erforscht.

Da das Imperium Romanum ebenso wie die anderen Imperien der Antike multi-kulturelle Gebilde waren, spielen kulturelle Wechselbeziehungen in Forschung und Lehre eine große Rolle, der Schwerpunkt des Fachs liegt aber auf der griechischen und römischen Geschichte. Altgriechisch und Latein sind daher als Quellensprachen für die Alte Geschichte besonders wichtig: Lateinkenntnisse sind für ein Geschichtsstudium an den meisten deutschen Universitäten Voraussetzung. In der Regel werden hierfür Kurse an den Universitäten angeboten, in denen Studierende ihr Latinum, falls nicht schon vorhanden, nachholen können.

Die Alte Geschichte arbeitet mit den Überresten antiker Kulturen. Dazu gehören die Werke von antiken Geschichtsschreibern und Rednern ebenso wie Inschriften, Papyri und Münzen. Auch archäologische Befunde spielen für die Alte Geschichte eine große Rolle. Im Vergleich zu anderen Teildisziplinen der Geschichtswissenschaft ist der Quellenfundus begrenzt und durch kritische Ausgaben, Übersetzungen, Kommentare und Lexika auch für Studierende hervorragend erschlossen. Neue Deutungen werden nicht nur durch den Fund neuer Quellen, sondern auch durch die Neuinterpretation bereits bekannter Zeugnisse gewonnen. Dafür sind spezielle Techniken erforderlich, die im Rahmen des Geschichtsstudiums vermittelt werden; für die Beschäftigung mit Inschriften (Epigraphik), Papyrusurkunden (Papyrologie) und Münzen (Numismatik) gibt es besondere Hilfswissenschaften. Die Alte Geschichte ist eng mit anderen Wissenschaften verknüpft, die sich auf bestimmte Bereiche antiker Kulturen spezialisiert sind. Dies gilt insbesondere für die Klassische Philologie (Latein und Altgriechisch) und die Klassische Archäologie, aber auch für viele andere Disziplinen.


Literaturhinweise:
Blum, Hartmut/ Wolters, Reinhard: Alte Geschichte studieren, Konstanz 2006.
Gehrke, Hans-Joachim/Schneider, Helmut (Hrsg.): Geschichte der Antike. Ein Studienbuch, 4. Aufl., Stuttgart 2013.
Günther, Linda-Marie: Griechische Antike, 2. Aufl., Stuttgart 2011.
Günther, Rosmarie: Einführung in das Studium der Alten Geschichte, Paderborn 2004.
Huttner, Ulrich: Römische Antike, 2. Aufl., Stuttgart 2013.
Leppin, Hartmut: Einführung in die Alte Geschichte, München 2005.
Wirbelauer, Eckhard (Hrsg.): Oldenbourg Lehrbuch Geschichte: Antike, München 2004.
Folgende Angebote gibt es in diesem Bereich: